AMMERTHAL: „Wer krank ist, muss kerngesund sein!“ Mit diesem Titel lockte die Ammerthaler Theatergruppe des Heimat- und Kulturverein zahlreiche Besucher aus Nah und Fern in die Sporthalle, welche mit viel Liebe zum Detail, in das Klinikum Heile-Segen umfunktioniert worden war, einem Krankenhaus in dem es recht turbulent zugeht.
Lachen ist bekannter maßen ja oft die beste Medizin, und von diesem Wundermittel verteilten die Darsteller mit Öffnen des Vorhangs von Beginn an reichlich und großzügig.
Ganz schön drunter, manchmal auch drüber, ging es zu - und oft war nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich um Personal oder einem ausgebüxten Patienten aus der geschlossen Abteilung handelte.
Chef dieser Klinik der ganz besonderen Art war der etwas zerstreuten und vergessliche Professor Dr. Waldemar Wunderlich (Dietmar Klemenz), der alles scheinbar bestens im Griff hatte. Nach besten Wissen und Gewissen wurde er von seinem Personal oft bei der Suche nach verlegten Dingen unterstützt. Allen voran Chefarzt Dr. Schönling (Christian Kellner) einem Macho und Weiberhelden dem die weiblichen Angestellten süße Rache schwören die dann beinah in die Hose ging, allerdings nur in seine eigene. Es verbündeten sich, die charmante Schwester Carmen (Barbara Hirsch) zuständig für die spezielle Pflege der Privatpatienten, was ihr am Ende einen, wenn auch leicht kulinarisch formulierten Heiratsantrag einbringt, macht aber nichts, da sie „leidenschaftlich gerne isst“, und die resolute Schwester Hildegard (Monika Fruth) bei der es schon passieren konnte, dass sie einem Patienten bei ihrer Spezialmassage ein Rippchen bricht oder im „Moorbad vergisst“. Mit von der Partie ist die neue Sekretärin des Professors Ariane Röschen (Irene Pemp) ein biederes Nachtschattengewächs bei der man, zumindest nach Meinung der Putzfrau Elfriede Reinlich (Doris Weiß) sagen konnte: „außen pfui und innen hui!“. Natürlich durfte die Putzfrau, stets bestens informiert durch ein geschultes Auge in die Patientenakten, bei der Verschwörungstheorie nicht fehlen. Auch sie hatte noch eine Rechnung mit dem arroganten Doktorchen offen, dass sie dabei nicht nur Staub aufwirbelt machte die ganze Sache umso interessanter. Nur wenn es wirklich spannenden wurde, z. B. bei der Begegnung des Doktors und seinem sizilianischem „Alb- Traum“ Gina Mozarelli (Irene Pemp) dann musste sie, sehr zu ihrem eigenen Bedauern, immer gehen.
Wenn dann noch Frau Holzhammer (Anja Kunz) eine resolute Dame von der Krankenkassenaufsicht, auftaucht spätestens dann kam der Professor weder vorne noch hintern nicht mehr hoch. Doch was wäre ein richtiges Krankenhaus ohne seine Patienten. Diese wurden brillant und viel umjubelt dargestellt von:
-
Josef Stöcklmeier als Werner Soßenbinder, einem fünf Sternekoch mit einer Heidenangst vor Reisen in den Süden und mehr Erfahrung mit panierten Herzensdingen als mit Frauen.
-
Irmgard Haller schlüpfte in die Rolle der Josefa, eine Patientin aus der geschlossenen Abteilung die als Queen Elisabeth II, Biene Maja und zum Höhepunkt eine perfekt imitierende Bundeskanzlerin Angela Merkl darstellte. Beim lang anhaltendem Lachen des Publikums war es schon schwer die Mundwinkel nicht doch - wenn auch nur ein ganz kleines bisschen, hoch zu ziehen.
-
Zum guten Schluss fehlt noch Klaus Eichenseer als Otto, das männliche Gegenstück zur geistig leicht verwirrten Josefa. Egal ob als Picasso, Arzt, Rudolph Mooshammer, Froschkönig oder Engel Amor, er verkörpert jede Rolle perfekt und hat die Lacher stets auf seiner Seite auch wenn er am Ende behauptet: „nie mehr so eine saublöde Rolle zu spielen“, so gehörte das dazu.
So manches Kind, welches die Vorstellung gesehen hatte, konnte gar nicht glauben, dass die Biene Maja und der Froschkönig auch am Abend für die Erwachsenen mitspielten.
Der HKV bedankt sich bei allen Besuchern für den zahlreichen Zuspruch und die tolle Unterstützung mit viel Szenenapplaus. Den Mitwirkenden hat es enorm viel Spaß gemacht und wir freuen uns wenn wir ihnen einige unbeschwerte Stunden schenken konnten. Tschüß bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt: „Vorhang auf!!!“
Einige Impressionen aus dem Klinikum Heile-Segen :